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Rezension zu: Leffers, Nicola Katharina: Spielräume. Möglichkeiten und Grenzen von Musik und Sound in der Filmszene. Eine explorative Studie

Year: 2023
Type: book-review
Abstract: Fast alle Überlegungen zur Filmmusikerforschung münden in zwei Kernprobleme.Das eine betrifft die Frage nach den Wirkungen, die sich zweifellos einstellen und die so schlecht zu beschreiben sind.Das andere fragt nach den Beschreibungssprachen, die für musikalische Empfindung zugänglich sind und die über die Darstellungsmacht der Alltagssprache hinausgehen.Beide Probleme sind nicht gelöst.Nicola Leffers' inzwischen als E-Book vorliegende Dissertation unternimmt es, in einem äußerst aufwendigen Schritt neue Wege zu beschreiten und erste Ergebnisse vorzustellen.Im Rahmen der Vielzahl der Forschungen zur Filmmusik nimmt ihre Arbeit sowohl methodisch wie von der Darstellungssprache her eine ganz randständige Position -auf den ersten Blick, sollte man dazusagen; auf den zweiten zeigt sich schnell, wie zentral ihre Frage ist und wie anschlussfähig die Ergebnisse.Filmmusikanalyse wird dort unsicher, wenn sie nach den Einwirkungen von Bildern in Musiken und von Musiken in Bilder forschen muss.Gerade dies ist der Punkt, an dem Leffers' Untersuchung einsetzt.Konsequent umgeht sie die makrostrukturellen Interaktionen von Drama, Erzählung, Musik und Soundtrack -und man kann ihr nur zustimmen, dass die Untersuchung von textumgreifenden Verflechtungen und formalen Interdependenzen (als Leitmotive, distributionelle Strukturen, Koordination mit dramatischen Kontrasten und Konflikten etc.) eine andere Ebene der Filmaneignung betrifft als die nachgerade intim erscheinende Synthese von Bild und Musik auf der Ebene des Szenischen.Der Autorin ist nur zuzustimmen, wenn sie eingangs ihrer Arbeit das Fehlen von Untersuchungen zum "filmszenischen Verständnis" beklagt (3f).Allerdings stellt sich die Frage, wie man die Einwirkungen des Musikalischen auf das Visuelle oder gar die musikalischen Wirkkomponenten im Feld des Szenischen festmachen soll.Leffers geht hier einen Weg, der aus der experimentellen Psychologie bestens bekannt ist und der in der Filmmusikforschung (und im weiteren der Filmpsychologie überhaupt) so wenig gegangen wird und der so schwer nur einzuschlagen ist -den Weg der systematischen Stimulus-Variation.Die epistemologische These liegt auf der Hand: Nur dann, wenn man in das Material eingreift, es systematisch variiert, kann es möglich sein, Verarbeitungsprozesse zu isolieren und zu benennen, die die Bedeutung einzelner Variablen der Variation für das Filmverständnis beschreiben.Leffers arbeitet mit einer gewaltigen Vielfalt von verschiedenen Lösungen, die kleine Referenz-Szene mit einem Soundtrack zu spezifizieren, sie um Tiefenschichten des Subjektiven, des Empathischen oder auch des Sympathischen anzureichern (438 ausgearbeitete Varianten, von denen 89 ausgetestet wurden, 8).Das nötigt unbedingten Respekt ab, weil sie
Language: German
Subfield: Music
Open Access status: hybrid
OpenAlex ID: W4385304875
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